Jörn Loviscach »Digitalisierung der Lehre: zwischen Hype, Notwendigkeit und Befreiung«

Zum Studienjahrauftakt dieses Jahr sprach Jörn Loviscach über seine Erfahrung mit Blended Learning und Flipped Classroom. Seit fast zehn Jahren baut er an seiner enormen Wissensbank an Youtube-Videos, die er für seine Studierenden im Bereich Ingenieur-Mathematik und technische Informatik bereitstellt. In seinem rund halbstündigen Referat spricht er über Erfahrungen und Einschätzungen zu denen er im Laufe der Jahre gelangt ist.

Jörn Loviscachs Referat, Professor an der Fachhochschule Bielefeld, wurde zum Studienjahrauftakt live nach Zürich in unseren Hörsaal eingespielt. 🙂

Links

Website Jörn Loviscach
Loviscach on Youtube

ONL181 Getting started

Home Office

This week our Online Course Open Networked Learning ONL181 entered week 2 »Connecting« with getting to know each other on our group PBL8 on Google+. I still struggle with Google+ as I am quite confused to find new entries and comments on the platform. It’s not that obvious. Also I would like to be able to mark some of the entries, as they are discussions about how to proceed.
Google + is more or less a pin wall in my understanding. Maybe my team colleagues have a different perception of G+ and a cloudfront CDN.
Documents are stored on Google drive.
Webinars will be held in order to find common ground for our group. Unfortunately I could not participate on our first rendez-vous. Recordning did not work, so I can’t catch up. Tomorrow is my second chance.
Meeting my team mates at 9 am 🙂
I am curious about other experiences here on Google+ and I am looking forward to new ideas and inspiration!

Worhshop Screencasts BFH

Links Beispiele Screencast

Academic Moodle Cooperation AMC
Moodle Terminplaner nutzen
AMC Youtube

Khan Academy
Medecine Heart Anatomy: Meet the Heart

Jörn Loviscach
Brüche auflösen, Definitionsmenge, Youtube

Udemy
Moodle Tests und Quizzes erstellen mit Moodle 3 (Registrierung nötig) Kurs heute gratis 😉
https://www.udemy.com/tests-und-quizzes-erstellen-in-moodle-3/?couponCode=BHFFREE290818

Neuer Switchtube Channel mit unseren Anleitungen für Dozierende
Notizen zum Workshop

Mastery Model des Inverted Classrooms mit E-Assessments

Jürgen Handke, Professor für Anglistik an der Universität Marburg, stellt in seine Keynote zusammen mit dem Roboter Nao vor, mit dem er in einigen Projekten zur robotergestützen Lehre unterwegs ist. Neben den Einsatzideen von KI und Robotik in der Lehre spricht er aber vor allem über sein Inverted Classroom Model (ICM), welches sich von einfacheren Konzepten abhebt. Während Flipped Classroom oder Inverted Classroom vielerorts als zweiphasiges Modell gedacht wird, bestehend aus Online-Vorbereitungsphase und Präsenzphase zur Vertiefung der Inhalte, schiebt Handke eine weitere Phase dazwischen, nämlich einen formativen Test, durch den die Studierenden nach der eigenen Wissensaneignung vor dem Präsenztermin ihren Level of Mastery evaluieren können. Dieser Test wird durch Online-Assessments z. b. auf der Plattform durchgeführt, so dass die Lehrenden damit auch gleich die nötigen Informationen darüber erhalten, wo die Gruppe vor dem Präsenztermin bezüglich ihres Wissenserwerbs steht. Interessant auch, wie Handke die Rolle der Lehrenden sieht, die ja gerade nicht mehr dozierend vor der Klasse stehen, sondern Lernbegleiter/innen sind, Coaches, die unterstützen und beraten. Dieser Paradigmenwechsel ist nun wirklich nicht neu in der Diskussion um die digitale Lehre, aber sehr schön ist, wie dies hier in aller Konsequenz umgesetzt wird!

Handke hat sein ICM nun so perfektioniert, dass er auch durch die Zahlen den Erfolg seines Systems zeigen kann. Obwohl an Universitäten im Gegensatz zu Schulen keine Präsenzpflicht besteht, besuchen 84% seiner Studierenden die Präsenzveranstaltungen, 90% evaluieren sich selbst mit den Tests.

Die Keynote bietet auch sonst interessante Einblicke in die erfolgreiche Umsetzung des Inverted Classoom Modells, so auch in der Einführung zu Mehrwert von digitaler Lehre im Vergleich zu herkömmlicher Lehre.

Links

Jürgen Handke auf Wikipedia
Keynote Eduhub Days Lugano 2017
Jürgen Handke – Gelingensbedingungen für das ICM (Youtube, 9 Minuten)
Linguistics Online

 

5 Stufen der E-Moderation

An dieser Stelle möchte ich das 5 Stufen-Modell von Gilly Salmon noch einmal aufgreifen und beschreiben, denn es ist meiner Meinung nach immer noch ein hervorragendes Instrument zur Entwicklung von Online-Kursen und Lernsequenzen. Hier das Modell als Grafik, wie sie im Buch verwendet wird. (Quelle: Salmon, G. (2011), E-tivities, The Key to Active Online Learning.)

Zu den Stufen

1 – Zugang und Motivation

Wenn wir einen Kurs erstellen und designen, dann beginnen wir im Modell unten, bei der ersten Stufe. Wie es der Name schon sagt geht es um Zugang zum Kurs und um Motivation. Was bedeutet das?

Zu Beginn des Kurses steht die Einladung. Es ist wichtig, dass die Lernenden eingeladen und willkommen geheissen werden.
Es mag banal klingen, aber es ist absolut zentral, dass alle Teilnehmenden den Zugang zum Online-Kurs, zum virtuellen Klassenzimmer oder zum gemeinsamen virtuellen Arbeitsbereich finden und sich erfolgreich einloggen können. Danach brauchen sie Motivation, um sich immer wieder einzuloggen, bis dies vollkommen normal und einfach wird. Die Übungen und Aufträge, die die Lernenden jetzt in dieser Phase bekommen, technisch und inhaltlich niederschwellig sind. Das heisst, es sind Übungen, zu denen man sich inhaltlich nicht vorbereiten muss, zu denen jede und jeder etwas schreiben kann und die eine echte und wiederholte Interaktion erfordern.

Hier eignen sich einfache spielerische Zugänge sehr gut. Eine Übung, die wir stets verwendet haben, ist der Verbindungs-Check. Die Teilnehmenden loggen sich dafür zu Hause, noch vor der ersten Präsenzsitzung, falls es überhaupt eine gibt, ein und melden sich zum ersten Mal im Forum an mit einem »Hallo, ich bin angekommen!«. Die Teilnehmenden werden dann natürlich alle individuell von der Moderatorin oder vom Tutor begrüsst, denn nichts ist weniger motivierend, als nicht zurück gegrüsst zu werden, wenn man hallo sagt. 😉

2  – Online-Sozialisation

Auf der zweiten Stufe geht es um die soziale Interaktion unter den Teilnehmenden und um das gegenseitige Kennenlernen. Hier werden gleichzeitig die Interaktion und der Austausch selbst geübt. In einfachen Übungen werden die Teilnehmenden dazu animiert, sich vorzustellen oder an kleinen Online-Kennenlern-Spielen teilzunehmen. Da die Übungen einfach sind, gelingen sie in der Regel. Selbst Teilnehmende, die wenig mit Spielen anfangen können, machen normalerweise mit, da sie merken, dass sie sich sonst selbst ins Off manövrieren.

Ein Beispiel ist das Spiel »3 Behauptungen«. Die Teilnehmenden bearbeiten ihr Profil, diskutieren vielleicht auch, warum es wichtig ist, in Online-Profilen ein aktuelles Bild einzufügen, und formulieren im Anschluss daran drei Behauptungen zur eigenen Person, wobei eine frei erfunden ist und nicht der Wahrheit entspricht. Die Kolleginnen und Kollegen raten jetzt, welche der Aussagen nicht stimmt. Gleichzeitig ist es immer wichtig, in der Aufgaben-Beschreibung zu verlangen, dass die Beiträge der anderen Lernenden gelesen und kommentiert werden. Also müssen alle zum eigenen Beitrag auch drei andere Beiträge lesen und interagieren. Hier geht es auch darum, den eigenen Kontext zu zeigen, Interessen, Vorlieben, wie man zum Thema gekommen ist, was man daran spannend findet und so weiter. So können sich die Lernenden auch schon mal von den Interessen her virtuell aneinander herantasten, was für künftige Arbeitsgruppen ganz nützlich ist.

Die Moderatorin achtet darauf, dass niemand keinen Kommentar bekommt…

In dieser Phase mag es je nach Gruppe mehrere Spiele oder auch schon inhaltliche, auf den Kurs angepasste Übungen geben. Hier läuft in der Regel sehr viel, gerade weil die Teilnehmenden spontan mitmachen können und noch keine fachlichen Diskurse führen müssen.

3 – Informationsaustausch

Hier beginnt nun die fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Lernenden recherchieren ihre Themen (in Gruppen) und tauschen sich darüber aus. Zum einen geht es darum, das eigene Thema zu umreissen, sich damit zu befassen. Zum anderen sollen die Lernenden jetzt auch recherchieren und schauen, was sie zum Thema finden. Oft verfeinern sich dann im laufe der Phase 3 die Themen noch, oder es werden neue Lernziele offenkundig.

Stichwort Lernziel: Wir haben jeweils auf dieser Stufe die persönlichen Lernziele festgelegt. Hier kommt natürlich die Lerncoaching ins Spiel, denn die Moderatorinnen müssen jetzt sicherstellen, dass alle ihr Thema finden und wissen, mit welchen Materialien sie arbeiten. Wenn in Gruppen gearbeitet wird, dann tauschen sich die Gruppen hier sehr intensiv aus und organisieren die Zusammenarbeit.

Als Abschluss dieser Phase eignet sich online oder in einer Präsenzsitzung zum Beispiel eine Präsentation des eigenen Themas und die Quellen. Vielleicht sind noch Fragen offen, die sich dann im Plenum oder eben in einem Forum diskutieren lassen. Hier kommt die Crowd zum Zuge, die aus einem reichen Fundus an Ideen schöpfen kann und so den Studierenden neue Zugänge vermitteln kann.

Mögliche Tools für eine Online-Präsentation: Video, auch interaktive Videos, Bildergalerie, Slides, Screencast, Text.

4 – Wissenskonstruktion

Die Lernenden bearbeiten nun ihr Thema. Es geht hier darum, Wissen und Kompetenz aufzubauen. Phase vier gleicht einer Baustelle, einem Atelier, einem Büro, in dem die Teilnehmenden arbeiten.

Auch hier ist die Moderation gefragt. Um den Lernraum lebendig zu halten kann man Milestones vereinbaren mit den Lernenden, dass sie sich zu gewissen Zeiten melden oder an kleineren Übungen teilnehmen. Man kann diese Phase auch mehrschrittig angehen und mehrere Challenges einbauen, die zum Beispiel terminlich gesetzt sind. Dies ist dann sinnvoll, wenn die Teilnehmenden etwas produzieren sollen, zum Beispiel ein Konzept für ihre eigene Praxis oder ein Outline für eine grössere Arbeit – oder die grössere Arbeit schlechthin.

Die Resultate müssen auf jeden Fall im Kursraum präsentiert und in einer gewissen Form auch geteilt werden. Gegenseitiges Feedback kann wiederum allen dienen, den eigenen Horizont noch einmal zu erweitern.

Hier kann man auch Quizzes einbauen, wenn die Gruppe keine Test-Phobie hat oder im Gegenteil Spass an etwas Wettbewerb hat. Auch muss das Quiz keineswegs bierernst gemeint sein, man kann auch zum Spiel zurückkehren und im Sinne einer Rekreation etwas Spielerisches einbauen. 😉

5 – Entwicklung und Evaluation

Die fünfte Phase in Salmons Modell heisst sehr offen Development. Nun werden die nächsten Schritte für die künftige Entwicklung festgelegt. Das Gelernte wird nun in die eigene Praxis überführt, der Transfer findet jetzt statt. Es ist eine äusserst wichtige Phase, denn jetzt wird das Gelernte für die individuelle Zukunft sozusagen wirksam.

Die Lernenden sind jetzt kreativ, kritisch und reflektieren ihr Lernen. Sie beziehen sich nun wieder auf sich selbst und auf ihre Erfahrungen. Diese werden nun formuliert, reflektiert und präsentiert, die Bedeutung des Gelernten tritt nun in den Vordergrund. Folglich treten neue Fragen auf, man kann nun zu einem neuen Zyklus starten oder sich langsam aus der Gruppe verabschieden. Dazu gehört auch, dass man sich fragt, wie es jetzt weiter geht und was als nächstes ansteht.

Hier würde ich auf jeden Fall ein begleitendes Forum bereitstellen sowie eine Präsentation der Gedanken wünschen, auch können hier etwas phantasievollere Darstellungsformen genutzt werden.

Mit dem Bewusstwerden des Gelernten werden die Teilnehmenden an dieser Stelle oft etwas emotionaler. Auch steht vielleicht der Abschied bevor. Man bedankt sich für die gute Zusammenarbeit und tauscht vielleicht Adressen aus. Die Köfferchen sind nun gepackt mit neuem Wissen und neuen Erfahrungen.

In dieser Phase muss die Kursdesignerin zudem bedacht sein, dass (Selbst-)Evaluation und (selbst-)Kritik möglich sind. Als Idee für die Sammlung von Teilnehmer-Statements könnte z. B. eine virtuelle Pinwand dienen, an die alle etwas pinnen können. Interessant wäre es, wenn mehrere Formen dieser Evaluation möglich wie auch visualisiert würden.

Die Resultate dieser Lernetappe, welche ein Kurs zweifelsfrei darstellt, wie auch Artefakte der eigenen Arbeit können während des ganzen Prozesses in ein E-Portfolio eingetragen werden.

Der berühmte Funke

Die Kunst der Online-Kurs-Designerin ist es, die richtigen E-Tivities mit einem Spark, dem für die Motivation unerlässlichen Funken, zu gestalten und im Prozess an der richtigen Stelle zu platzieren.

Das Dauerthema im Kurs: die Reflexion

Die Reflexion, so schreibt Salmon, ist ein Schlüssel zu individuellem lernen und in der Entwicklung persönlicher Lernstrategien. Deshalb ist es wichtig, das die Lehperson oder der Moderator immer wieder reflexive Fragen stellt und die Lernenden dazu animiert, sich dazu zu äussern. Überhaupt ist es zentral, dass der Lernprozess jederzeit sichtbar bleibt.

Weitere Links

Konkrete E-tivities für die einzelnen Stufen

Synchrone Medien in der Lehre

E-Learning auf den gängigen LMS bedeutet meistens, dass die Studierenden Inhalte in Foren diskutieren oder Nachweise, die sie in Einzelarbeit erstellen dann hochladen. Also viel an Interaktion ist – leider – meistens doch nicht erreicht. Oft werden einfach vorhandene Arbeitsblätter ins Netz gestellt, die sich die Studierenden dann wieder herunterladen und ausdrucken. Wobei wir wieder beim Ausgangspunkt wären. Digitalisierung hat zwar stattgefunden, aber man tut am Schluss nichts anderes, als das, was man schon immer tat. Digitalisierung muss jedoch mit Transformation einhergehen. Erst dann findet Innovation statt, erst dann entwickeln die Studierenden wirklich etwas Neues und Eigenständiges, nämlich das eigene Lernen.

Virtuell synchron zusammenarbeiten

Wie und warum könnte man nun synchrone Medien einsetzen, um Lernende zu unterstützen? Eine Idee dazu lieferte mir ein kleines Startup in Berkeley, welches einen virtuellen Klassenraum anbieten, in dem Mentoren Studierende zu einem bestimmten Termin virtuell treffen, und fachliche Fragen oder Probleme in einer Gruppe zu besprechen. Die Idee ist folgende:

Studierende, die z. B. an einem MOOC oder auch an einem E- oder Blended Learning Bildungsangebot teilnehmen und an einem konkreten Problem arbeiten, vereinbaren mit ihrem Mentor/ihrer Mentorin zunächst einen Termin. Zu diesem Zeitpunkt loggen sich alle in den virtuellen Videoraum ein. Wer etwas zu präsentieren hat, kann seine Fragen oder sein Problem darstellen. Dazu beschreiben sie, wo sie stecken geblieben sind. Ideal ist es, wenn man dazu ein virtuelles Whiteboard benutzen und dazuschalten kann, wenn es etwas zu visualisieren gibt. Die anderen hören zu oder schauen zu und tragen bei, was ihnen dazu einfällt, wie sie vorgehen würden, oder wo sie nach einer Lösung suchen würden. Die Mitglieder haben sich für dieses Mentoring angemeldet und nehmen auch grundsätzlich immer teil, auch wenn sie keine Fragen haben. Denn es geht ja auch darum, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn andere Fragen haben und gegebenenfalls auch eigene Fragen einzubringen.

Der Mentor/die Mentorin ist immer eine Fachperson. Sie kann also inhaltlich weiterhelfen. In der Gruppe geht es aber auch darum, Strategien zu diskutieren und zu entwickeln, wie man im Falle eines auftretenden Problems weiter kommt.

Dieses Setting kann man auch mit einem Videoconferencing-Tool wie Google Hangout o. ä. oder mit anderen Tools, die weitere Visualisierungsmöglichkeiten bieten, umsetzen. Hat jemand Erfahrungen gemacht mit einem solchen Arrangement? Ich würde mich über Kommentare und Erfahrungen freuen!

Digitalisierung versus digitale Transformation in der Bildung

Was ist Digitalisierung, was digitale Transformation? Warum ist es nicht das Gleiche? Was ist der Unterschied und wohin geht die Reise?  Aktuell und lesenswert dazu ist Michael Kerres’ Beitrag in EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa vom 20. 2. 2017 mit dem Titel «Digitale Bildungsrevolution? Ein Plädoyer für die Gestaltung des digitalen Wandels».

Allein die Digitalisierung von Bestehendem ist noch keine digitale Revolution. Es ist nur alter Wein in neuen Schläuchen: So wird das Lernen nicht besser nicht erfolgreicher, wenn man statt des ausgedruckten Blattes nur die digitale Form desselben Inhalts, das PDF, ins Netz stellt und das Papier dann auch noch gleich nutzt wie das Blatt in Papierform. Digital allein heisst nicht besser, wenn man auch sonst nichts am Setting ändert. Kerres weiter: “Digitale Medien machen das Lehren und Lernen nicht a priori besser.”

Digitale Medien haben aber, so Kerres weiter, das Potenzial, Lehr- und Lernarrangements zu verändern und so Lernen anders zu gestalten. Hier würde ich ansetzen, wenn es darum geht, die Prozesse im Rahmen der digitalen Transformation zu verändern. Transformieren heisst ja tatsächlich verändern.
Die Veränderung indes liegt in der sozialen Dimension des Internets. Während das Internet zunächst als Ablageort für Inhalte genutzt wurde (PDF-Schleudern) sind heute die sozialen Beziehungen und die Austauschmöglichkeiten von Bedeutung. Dazu Kerres:

Betrachtete man das Internet zunächst vor allem als einen Ort, um Inhalte für das Lernen bereitzustellen, rückt heute immer mehr die Bedeutung des Internets als sozialer Ort in den Mittelpunkt der Diskussion: Im Internet können Menschen sich austauschen, Beziehungen knüpfen und Wissen mit Anderen teilen.

So können Menschen in Lernsettings das Internet nutzen, um sich peer-to-peer, also untereinander zu Inhalten auszutauschen. Dies fördert die Metakognition und die persönliche Reflexion. Früher hatte man dazu keine Zeit. Die Dozierenden dachten, die müssten die Zeit nutzen für die Wissensvermittlung. Heute kann man dies ins Netz verlagern, wo sich die Studierenden erst noch alles im eigenen tempo ansehen können, und die Präsenzstunden, diese wertvolle Zeit, kann für die wirklich wichtigen Fragen eingesetzt werden. Schliesslich geht es ja auch darum, Selbststeuerung im Lernen auch tatsächlich zuzulassen, zu ermöglichen. Wenn wo immer noch doziert wird, hat Selbststeuerung und Selbstverantwortung wenig bis keinen Platz. Heute wissen wir, dass

…nicht die Technik [ist], die Bildung verändert, sondern Menschen können Bildung verändern – mit digitaler Technik als wirksamen Mittel, das uns hilft, bestimmte Szenarien besser umzusetzen. Wie bereits angedeutet: Es geht um Szenarien des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien, bei denen eine Lernkultur verfolgt wird, die das selbstgesteuerte genauso wie das kooperative Lernen oder das problembasierte Lernen mit vielfältigen Materialien in den Mittelpunkt stellt.

 

Dies ist nicht einfach, denn wir sind alle mit einem Paradigma aufgewachsen, das zu unserem biografischen Erleben als Schüler/in, als Studierende/r, als Lehrer/in gehört und darin fest verankert ist. Dennoch:

Die (…) „digitale Transformation“ der Bildung scheitert (..) zuverlässig, wenn davon ausgegangen wird, dass dieser Wandel bereits durch Einsatz von digitaler Technik selbst bewirkt werden wird.

Somit bestätigt Kerres einmal mehr, worum es geht: Es geht um den Paradigmenwechsel in der Bildung, um Transformation, um Veränderung.

 

 

 

Textdesign im Web

Apostrophe

Im Internet wird wenig gelesen, heisst es, um so wichtiger ist es, dass der Text lesefreundlich daherkommt und so gut gestaltet ist, dass man ihn sofort versteht. Hier ein paar nützliche Tipps.
Und dennoch ist gerade das Internet ein ausgesprochenes Lesemedium. Es finden sich äusserst interessante Inhalte und relevante Fakten, neben viel Schrott natürlich. Es lohnt sich, beim Schreiben und Verfassen von Texten zu überlegen, wie der Text auch visuell daher kommt und ob er gut lesbar ist.

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