Synchrone Medien in der Lehre

E-Learning auf den gängigen LMS bedeutet meistens, dass die Studierenden Inhalte in Foren diskutieren oder Nachweise, die sie in Einzelarbeit erstellen dann hochladen. Also viel an Interaktion ist – leider – meistens doch nicht erreicht. Oft werden einfach vorhandene Arbeitsblätter ins Netz gestellt, die sich die Studierenden dann wieder herunterladen und ausdrucken. Wobei wir wieder beim Ausgangspunkt wären. Digitalisierung hat zwar stattgefunden, aber man tut am Schluss nichts anderes, als das, was man schon immer tat. Digitalisierung muss jedoch mit Transformation einhergehen. Erst dann findet Innovation statt, erst dann entwickeln die Studierenden wirklich etwas Neues und Eigenständiges, nämlich das eigene Lernen.

Virtuell synchron zusammenarbeiten

Wie und warum könnte man nun synchrone Medien einsetzen, um Lernende zu unterstützen? Eine Idee dazu lieferte mir ein kleines Startup in Berkeley, welches einen virtuellen Klassenraum anbieten, in dem Mentoren Studierende zu einem bestimmten Termin virtuell treffen, und fachliche Fragen oder Probleme in einer Gruppe zu besprechen. Die Idee ist folgende:

Studierende, die z. B. an einem MOOC oder auch an einem E- oder Blended Learning Bildungsangebot teilnehmen und an einem konkreten Problem arbeiten, vereinbaren mit ihrem Mentor/ihrer Mentorin zunächst einen Termin. Zu diesem Zeitpunkt loggen sich alle in den virtuellen Videoraum ein. Wer etwas zu präsentieren hat, kann seine Fragen oder sein Problem darstellen. Dazu beschreiben sie, wo sie stecken geblieben sind. Ideal ist es, wenn man dazu ein virtuelles Whiteboard benutzen und dazuschalten kann, wenn es etwas zu visualisieren gibt. Die anderen hören zu oder schauen zu und tragen bei, was ihnen dazu einfällt, wie sie vorgehen würden, oder wo sie nach einer Lösung suchen würden. Die Mitglieder haben sich für dieses Mentoring angemeldet und nehmen auch grundsätzlich immer teil, auch wenn sie keine Fragen haben. Denn es geht ja auch darum, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn andere Fragen haben und gegebenenfalls auch eigene Fragen einzubringen.

Der Mentor/die Mentorin ist immer eine Fachperson. Sie kann also inhaltlich weiterhelfen. In der Gruppe geht es aber auch darum, Strategien zu diskutieren und zu entwickeln, wie man im Falle eines auftretenden Problems weiter kommt.

Dieses Setting kann man auch mit einem Videoconferencing-Tool wie Google Hangout o. ä. oder mit anderen Tools, die weitere Visualisierungsmöglichkeiten bieten, umsetzen. Hat jemand Erfahrungen gemacht mit einem solchen Arrangement? Ich würde mich über Kommentare und Erfahrungen freuen!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.