Unterricht gestalten

Lernerorientierung
Welche Faktoren bestimmen die Unterschiede der Lernenden?
>> Alter, die Lernmotivation, die Lernziele und die Bedürfnisse. Besondere Interessen und lerntempo sind Faktoren, die zu berücksichtigen sind.
>> Binnendifferenzierung (innere Differenzierung), dadurch entstehen Freiräume für individuelle Gestaltung des Unterrichts.
>> Die Arbeits- und Sozialformen und die Lernangebote berücksichtigen die unterschiedlichen Voraussetzungen, Interessen, Stärken, Schwächen und Ziele der Lernenden.

Förderung von Autonomie
Die Lernenden übernehmen Verantwortung für ihr Lernen. Damit die Lernenden in der Lage sind, beim lernen systematisch vorzugehen, Lernstrategien zu wählen und sinnvoll einzusetzen, soll Lernautonomie gefördert werden.

Mehrsprachigkeitsorientierung
Die Lernenden haben bereits andere Sprachen gelernt. Sie haben alle ein andere Muttersprache als Deutsch. Dies ist bereits ein Potenzial, das man nutzen kann. Ihr bestehendes Wissen kann als Ausgangslage für das Erlernen der neuen Sprache genutzt werden. Die lernenden werden ermuntert, ihre Vorkenntnisse zu nutzen.

Um diese Prinzipien zu realisieren ist die Reflexion über das eigene Lernen unabdingbar. Die Aufmerksamkeit der Lernenden (Jugendliche und Erwachsene) muss deshalb immer wieder auf die Sprache und den Sprachlernprozess gelenkt werden.

Reflexion

Reflexion bedeutet, dass Handlungen oder Erfahrungen überdacht und kritisch beleuchtet werden. Lernende denken über das Lernen nach und bewerten, was und wie sie in der Vergangenheit gelernt haben und derzeit lernen. Dies kann in Bezug auf konkrete Lernaufgaben oder auf Lernaktivitäten, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, geschehen. Daran anknüpfend haben sie die Möglichkeit, ihr Lernen zu verändern oder zu optimieren. Wenn Lernende über eigene Interessen, Wünsche, aber auch über Unsicherheiten nachdenken, besteht die Möglichkeit, dass sie Ängste abbauen und ihre Motivation wächst.

 Besonders erfolgreich sind Reflexionen, die während oder direkt nach einer bestimmten Lernaktivität (z.B. eine Liste neuer Wörter auswendig lernen) stattfinden. So kann man nicht nur das Ergebnis des Lernens, sondern auch den Weg, der zu diesem Ergebnis führte, reflektieren.

Häufig denken unsere Lernenden beim Sprachenlernen daran, dass es wichtig ist, Wissen aufzubauen, sie sind sich z.B. bewusst, wie viele neue Wörter oder welche Namen von deutschen Großstädten sie kennen, abrufen und verwenden können. Dieses Wissen fragen wir als Lehrkräfte auch häufig in Tests ab. Es ist allerdings sinnvoll, noch weiter über das Sprachenlernen nachzudenken und nicht nur das Wissen im Blick zu haben.

 Ebenen der Reflexion  sind

  • die kognitive Ebene ( Was kann ich bereits auf Deutsch machen? Welches sind meine nächsten Schritte / Ziele?)
  • die metakognitive Ebene (Wie lernen ich erfolgreich? Wie entwickelt sich mein Sprachenlernen?
  • die affektive Ebene (Wie lerne ich gern?)

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