Spracherwerb

Begriffe

Einflussnahmen der Erstsprache auf die Fremdsprache: Transfer

Transfer ist die Übertragung von Elementen der Erstsprache oder einer Fremdsprache auf die Zielsprache. Positiver Transfer bezeichnet demnach einen hilfreichen Einfluss der Erstsprache auf das Sprachenlernen, negativer Transfer (Interferenz) hingegen einen hinderlichen Einfluss.

Negativer Einfluss auf den Zweitspracherwerb durch die Erstsprache nennt man Interferenz.

Interferenz, auch negativer Transfer genannt, bezeichnet den negativen Einfluss der Erstsprache auf das Erlernen einer Fremdsprache. Dies gilt für grammatische Strukturen, Lexeme und Phoneme der Erstsprache, aber auch für kulturell geprägtes Verhalten, das auf die neue Situation übertragen wird, ohne passend zu sein. Fehler, die durch einen negativen Transfer von Strukturen der Erstsprache auf die Fremdsprache entstehen, nennt man Interferenzfehler. Typische Interferenzfehler, die bei Deutschlernenden auftreten, beziehen sich auf Artikel, wenn die Ausgangssprache keine oder andere Artikel für ein Wort verwendet.

Inputhypothese

Die Inputhypothese besagt, dass der sprachliche Input für die Lernenden zum Intake werden muss. Lernende können neue sprachliche Phänomene dann aktiv verwenden, wenn sie sie für sich mit Sinn füllen und sie bewusst verarbeiten.

Intake

Intake bezeichnet jene Aspekte oder Strukturen des Inputs, auf die Lernende ihre Aufmerksamkeit richten und die sie für den Spracherwerb nutzen. Damit es zu einem Lernfortschritt kommt, müssen Lernende den wahrgenommenen Input verarbeiten und schließlich in ihre Lernervarietätaufnehmen. Der Input wird mit vorhandenem Wissen verglichen und im Idealfall verknüpft.

Output

„Der Output zeigt, was jemand in einer Sprache tatsächlich produktivanwenden kann. Output stellt damit das Ergebnis des Lernprozesses dar. Er kann vom Lernenden analysiert und reflektiert werden und als Ausgangspunkt für weiteres Lernen dienen.“

Outcome

Lernende sollten die „Gelegenheit haben, gemeinsam Sprache zu produzieren und sich gegenseitig zu verbessern. Durch diese Aushandlung wird der Output zum Outcome. Während Output das bezeichnet, was sich am Ende des Unterrichts als dessen nachweisbares Ergebnis feststellen lässt, beschreibt Outcome die langfristige Wirkung des Gelernten und zeigt damit die sprachliche Kompetenz der Lernenden.“

Ineraktionshyothese

Sie besagt, dass der Unterricht – verstanden als Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden oder der Lernenden untereinander – „einer Sequenz potentieller Lernmomente gleichkommt, die die Lernenden je nach Bereitschaft, Motivation, Zielsetzung usw. unterschiedlich nutzen.“

Edmondson / House 2006, S. 270f., zitiert nach DLL 2, S.

Das Lernen einer Sprache basiert somit auf dem Aushandeln von Bedeutungen.

Und weiter wird erklärt:

„Wie gut sich das kognitive Potenzial der Lernenden entfalten kann, hängt zu einem großen Teil von der gemeinsamen Aushandlung von Bedeutung ab. Lernende sollten deshalb im Unterricht Aufgaben bearbeiten, in denen sie miteinander über ihre subjektiven Eindrücke sprechen. Auf diese Weise rekonstruieren und ko-konstruieren sie soziale Realität und handeln sie zusammen aus. Aufgaben müssen deshalb so gestellt werden, dass sie die Lernenden dazu anleiten, Bedeutung auszuhandeln. Lernende können sich zum Beispiel als Partner beim Lernen von Sprachen unterstützen, indem sie sich gegenseitig Feedback geben.“ DLL 2 S. xy

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