Definition Medienkompetenz

Mosers Medienkompetenz-Definition ist nun schon fünfzehn Jahre alt. Die Beschreibungen muten deshalb teilweise etwas veraltet an. Man bedenke, dass im Jahr 2000 noch statische HTML-Seiten geschrieben wurden und von den Smartphones und Tablets noch nicht der geringste Schimmer am Horizont zu sehen war. Dennoch finde ich seine Konkretisierung dieses offenen Begriffs auf den vier Ebenen immer noch gut. Er diskutiert den Begriff in seinem «Einführung in die Medienpädagogik» anhand vorgängiger Definitionen u. a. von Baacke, Doelker, Mandl, Reinmann, Kübler und anderen und konkretisiert sie folgendermassen auf vier Ebenen:

Technisch als Notwendigkeit, Medien richtig handhaben und die mit ihnen verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten zu beherrschen. Dieser Aspekt bezieht sich darauf, dass die Handhabung technischer Medien – schon bei einer gewöhnlichen Fernbedienung – oft recht kompliziert ist. Aber auch Computerprogrammedie intuitiv zu bedienen sein sollen, verlangen mindestens eine Vertrautheit mit der zu Grunde liegende Logik grafikorientierter Benutzeroberflächen.

Kulturell als Vertrautsein mit den jeweiligen Codes der Medien sowie mit ihren ästhetischen und gesellschaftlichen Ausdrucksformen. Dieser Aspekt verdeutlicht, dass Medien als elementarer Bestandteil in die Alttagskultur eingegangen sind. In diesem Sinne ist es notwendig, dass kompetente Nutzer die entsprechenden Codes zu lesen vermögen und Medienaussagen kompetent wahrnehmen und verarbeiten können (…).

Sozial als Fähigkeit, auf die mit den Medien Kommunikationsangebote und -zumutungen sinnvoll eingehen zu können. Beziehungen und Beziehungsangebote sind immerstärker auch medial gebunden. Das betrifft nicht nur das Telefon, sondern auch die elektronischen Möglichkeiten von E-Mail, Internet Chat oder die Beteiligung an virtuellen Szenarien wie MUDs. Weil diese aber auch die Parameter der herkömmlichen Kommunikationsbedingungen verändern, ist es notwendig, sich auf diese neuen Beziehungsformen einzustellen.

Reflexiv als kritische Vergewisserung der Funktion der Medien in der Gesellschaft und als Medienkritik.
Die kritische Metareflexion ist eine traditionellen Zielsetzung der Medienpädagogik, die nichts von ihrer Bedeutung verloren hat – sondern infolge der Explansion der Medien noch an Bedeutung gewinnt.

Quelle: Moser, H. (2000), Einführung in die Medienpädagogik, S. 216f.

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